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Nils Kurth

„Wir müssen mehr für Menschen tun, die vor dem Krieg fliehen.“

Man nickt. Jemand schenkt Wein nach.

„Wir schieben zu wenige verurteilte Straftäter ab.“

Plötzlich wird es still.

Der zweite Satz ist nicht falscher als der erste. Er kostet nur mehr.

Paris brennt. Und wir reden über die Falschen.

Warum links wählen sich gut anfühlt und rechts Sinn ergeben könnte. Eine Streitschrift von Nils Kurth, 392 Seiten.

Buchumschlag: Paris brennt. Und wir reden über die Falschen. Nils Kurth.
Umschlag in Druckqualität

Worum es geht

Dieses Buch richtet sich an alle, die lange Grüne, SPD oder Union gewählt haben und zuletzt öfter den Kopf geschüttelt haben, ohne es laut zu sagen. Es legt Zahlen vor, die jeder nachlesen kann, und eine Argumentation, die man bestreiten darf.

Der Anlass sind die Krawalle in Frankreich im Oktober 2026. Die französischen Behörden bringen die Gewalt nicht mit Einwanderung in Verbindung, und das Buch macht Paris ausdrücklich nicht zum Beleg dafür. Es fragt etwas anderes: warum eine Debatte nach solchen Nächten so schnell bei der Frage landet, wer etwas sagen darf, und so langsam bei der Frage, was die Zahlen aus Deutschland zeigen.

Am Ende steht eine Meinung, als Meinung gekennzeichnet. Wie Sie danach wählen, ist Ihre Sache.

Drei Zahlen aus dem Buch, zum Nachprüfen

Sie müssen dem Buch nichts glauben. Hier stehen drei seiner Kernzahlen mit Quelle und mit dem, was die Zahl nicht sagt. So ist das ganze Buch gebaut.

  1. 42,9 %1 der Tatverdächtigen bei Gewaltdelikten hatten 2025 keinen deutschen Pass. Ihr Anteil an der Bevölkerung: 14,9 Prozent.Quelle und Einwand zeigen

    Was die Zahl nicht sagt: Tatverdächtige sind keine Verurteilten. Und die Bevölkerung ohne deutschen Pass ist jünger und männlicher als die deutsche. Das verzerrt den einfachen Vergleich. Sauberer ist die Rechnung je 100.000 Einwohner: 628 Tatverdächtige bei Nichtdeutschen, 158 bei Deutschen. Auch sie ist nicht nach Alter bereinigt. Kapitel 3 rechnet beides vor.

    Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht (April 2026), S. 11, 17 und 47–52: 82.565 von 192.239 Tatverdächtigen. IMK-Bericht beim BKA

  2. 34.4482 Abschiebungen scheiterten 2025. Vollzogen wurden 22.787.Quelle und Einwand zeigen

    Was die Zahl nicht sagt: warum genau. Rund 94 von 100 gescheiterten Abschiebungen scheiterten, bevor die Bundespolizei den Betroffenen übernommen hatte, meist weil er nicht zum Flug gebracht oder die Maßnahme vorher abgesagt wurde. Ob dahinter Untertauchen steckt oder etwas anderes, schlüsselt die Statistik nicht auf. An Rechtsmitteln scheiterten 86. Kapitel 5 geht dem nach.

    Deutscher Bundestag, Drucksache 21/4403 vom 26.02.2026, S. 12–15. Drucksache beim Bundestag

  3. 124.0003 Industriejobs weniger Ende 2025 als ein Jahr zuvor, fast doppelt so viele wie 2024. Allein die Autobranche verlor rund 50.000.Quelle und Einwand zeigen

    Was die Zahl nicht sagt: warum die Stellen wegfielen. Sie misst nur den Abbau. Kapitel 8 ordnet ihn ein.

    Auswertung der Beratungsgesellschaft EY auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts, gemeldet von dpa am 17.02.2026.

Fünf Spielregeln, an die sich das Buch hält

  1. Jede Zahl stammt aus amtlichen Statistiken, Gerichten, Behörden oder anerkannten Instituten und hat eine Fußnote. Wo die Datenlage dünn ist, steht das da.
  2. Tatverdächtige sind keine Verurteilten. Daran erinnert jedes Kapitel, in dem die Kriminalstatistik vorkommt.
  3. Zu jeder These kommt der stärkste Einwand, samt Antwort. Wo es keine gute Antwort gibt, steht auch das da.
  4. Kritik gilt Taten, Ideen und Politik, nicht Herkunft. Kampfbegriffe fehlen, auch gegen politische Gegner.
  5. Programm ist nicht Umsetzung, bei jeder Partei. Auch die AfD wird nach dem Wortlaut ihres Programms gelesen, samt Einstufung durch den Verfassungsschutz.

Leseprobe

Aus dem Vorwort

Für wen ich schreibe

Wer überzeugt ist, dass „die da oben“ alles falsch machen, braucht dieses Buch nicht. Wer überzeugt ist, dass jede Kritik an der Migrationspolitik der erste Schritt zum Faschismus sei, wird es zuklappen. Beides ist erlaubt. Ich schreibe für jemanden, den ich mir am Küchentisch vorstelle: klug, skeptisch, vielleicht seit Jahren SPD, Grüne oder Union wählend, weil das anständig schien und weil die Alternativen unangenehm klangen. Jemand, der in den letzten Jahren öfter den Kopf geschüttelt hat und der sich dabei ertappt hat, es lieber nicht laut zu sagen.

Wenn Sie sich darin wiederfinden, ist dieses Buch ein Angebot. Ich lege Ihnen Zahlen vor, die jeder nachlesen kann, und eine Argumentation, die Sie bestreiten dürfen. Am Ende soll nicht der Satz stehen: „Der hat mich überzeugt.“ Sondern vielleicht: „Das habe ich so noch nie gesehen.“ Wie Sie dann wählen, ist Ihre Sache.

Ich bitte Sie um zwei Dinge. Lesen Sie ein Kapitel zu Ende, bevor Sie es einordnen: Viele Sätze klingen für sich zugespitzt, und die Einschränkung steht oft im nächsten Absatz. Und prüfen Sie nach. Nichts hier soll Sie dazu bringen, mir zu vertrauen; es soll Sie in die Lage versetzen, selbst nachzusehen.

Aus Kapitel 1, Die bequeme Moral

Zwei Sätze am Esstisch

Ein Gedankenspiel, ausdrücklich erfunden, aber vermutlich vertraut. Acht Personen sitzen beim Abendessen, Kollegen, Nachbarn, Freunde von Freunden. Jemand sagt: „Ich finde, wir müssen viel mehr für die Menschen tun, die vor Krieg zu uns fliehen.“ Es wird genickt, jemand schenkt Wein nach, das Gespräch läuft weiter. Niemand hat etwas riskiert, und niemand hat etwas gelernt. Eine Viertelstunde später sagt eine andere Person: „Ich finde, wir schieben zu wenige verurteilte Straftäter ab.“ Jetzt entsteht eine Pause. Jemand räuspert sich, jemand fragt: „Wie meinst du das?“ Der Ton hat sich verändert.

Der zweite Satz ist nicht falscher als der erste. Er ist auch nicht radikaler. Aber er kostet etwas. Dieser Preisunterschied ist das Thema dieses Kapitels. Er sagt mehr über unsere Gesellschaft als manche Umfrage, und er erklärt, warum sich eine Haltung „gut anfühlt“, lange bevor jemand fragt, was sie bewirkt.

Meine These lautet: Viele politische Überzeugungen werden bei uns nicht zuerst danach beurteilt, ob sie funktionieren, sondern danach, was sie über den Menschen aussagen, der sie äußert. In vielen Milieus gilt, wer links redet, als anständig. Wer rechts redet, muss sich erst entlasten. Das hat Folgen für Wahlen, für Gesetze und für diejenigen, die am Ende die Rechnung bezahlen.

Gesinnung als Währung

Menschen sind soziale Wesen, und Meinungen sind soziale Handlungen. Das ist weder eine Entdeckung dieses Buches noch ein Vorwurf. Wer eine Meinung äußert, sagt immer zwei Dinge: etwas über die Sache und etwas über sich selbst. „Ich gehöre zu den Anständigen“ ist im Alltag oft die wichtigere Botschaft. Bei Themen wie Zuwanderung, Kriminalität und Staatsautorität trägt sie besonders weit, weil die Sache schwierig ist und die Selbstauskunft einfach.

Den Unterschied zwischen beidem hat der Soziologe Max Weber mit zwei Begriffen gefasst: Gesinnungsethik und Verantwortungsethik.1 Wer gesinnungsethisch urteilt, fragt, ob seine Absicht rein ist. Wer verantwortungsethisch urteilt, fragt, was aus seinem Handeln folgt, auch aus den vorhersehbaren Nebenfolgen. Beide Haltungen sind menschlich, und keine ist von vornherein besser. Aber nur eine von ihnen lässt sich zum Preis von null Euro vorführen. Eine gute Absicht kann man sofort zeigen; ihre Folgen lassen sich erst Jahre später messen. Wer in seinem Umfeld Anerkennung sucht, hat deshalb einen starken Anreiz, die Absicht zu betonen und die Folgen zu vertagen.

1 Max Weber, „Politik als Beruf“, Vortrag 1919. Volltext bei Wikisource

Ausgaben und Bezug

Im Buchhandel über tolino media. Jede Buchhandlung kann den Titel mit der ISBN bestellen, sobald er gelistet ist.
AusgabeISBNPreis
Taschenbuch, 13,5 × 20,5 cm, 392 Seiten978-3-69692-854-415,99 €
Hardcover, 392 Seiten978-3-69692-855-128,99 €

Bei Amazon erscheinen eBook, Taschenbuch und Hardcover in diesen Tagen. Der Link folgt hier, sobald die Ausgaben freigeschaltet sind.

Für Buchhandlungen und Presse

Buchhandlungen

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Warengruppe
Sachbuch, Politik und Gesellschaft
Leserschaft
politisch Interessierte der Mitte, Wechselwähler
Umfang
392 Seiten, 13 Kapitel, 18 Abbildungen, Quellenverzeichnis
Herstellung
Der Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Jede Zahl ist mit Quelle belegt.

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Pressetext

Paris brennt. Und wir reden über die Falschen.
Warum links wählen sich gut anfühlt und rechts Sinn ergeben könnte
Nils Kurth, Streitschrift, 392 Seiten

Zwei Sätze am Esstisch: Der erste wird beklatscht, beim zweiten wird es still. Nils Kurth prüft, warum. Er legt amtliche Zahlen vor, von der Kriminalstatistik über gescheiterte Abschiebungen bis zum Abbau von 124.000 Industriejobs, und nennt zu jeder These das stärkste Gegenargument. Auch die Rechte wird nachgelesen: was die AfD in ihrem Programm fordert und was nicht, samt Einstufung durch den Verfassungsschutz.

Ein Buch für alle, die lange links der Mitte gewählt haben und wissen wollen, was die Zahlen sagen, bevor sie entscheiden.

Taschenbuch 15,99 €, ISBN 978-3-69692-854-4
Hardcover 28,99 €, ISBN 978-3-69692-855-1
Kontakt: kontakt@nilskurth.de

Zum Autor

Nils Kurth möchte, dass dieses Buch nach seinen Belegen beurteilt wird und nicht nach seinem Verfasser. Deshalb hat jede Zahl eine Fußnote und jede These ihren stärksten Einwand.

Fragen, Widerspruch und Hinweise auf Fehler: kontakt@nilskurth.de.